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Die Hochwaldbahnstrecke auch Ruwertalbahn genannt    

EinleitungDie HWB Unternehmensgruppe ist aus dem Betrieb der Museumsbahn Hermeskeil - Zerf - Trier entstanden. Auch wenn die Strecke zwischenzeitlich stillgelegt und abgebaut wurde, so möchten wir an dieser Stelle dennoch an sie erinnern und sie im Bewusstsein der Bevölkerung wachhalten.


Sehr gerne haben wir bis 1998 Museumszüge auf die Reise in das romantische Ruwertal geschickt, denn es gab keine bessere Möglichkeit, dieses wilde kleine Mittelgebirgsflüsschen und sein abwechslungsreiches Tal zu erforschen.

Heute kann man auf dem Fahrrad auf der alten Ruwertalbahn reisen. An vielen Stellen erkennt man noch die Zeugnisse der Eisenbahn. Es ist aus unserer Sicht bedauerlich, dass die Strecke nicht für den Güter- und Ausflugsverkehr erhalten werden konnte. Denn jeder Fachmann im Eisenbahnwesen weiß genau: Der Umbau in einen Radweg (Kostenschätzung ca. 15 Mio EUR) verschlingt ein vielfaches der Mittel, welche zum Erhalt der öffentlichen Eisenbahninfrastruktur als Nebenbahn und im Betrieb als nichtbundeseigenen Eisenbahn angefallen wären.

Die Uhren lassen sich aber nicht mehr zurück drehen. Daher hier unser kleiner Reisebericht über die Strecke, wie sie bis zum Jahr 1998 befahren werden konnte und die Streckengeschichte mit Schwerpunkt auf die jüngerer Vergangenheit.

StreckengeschichteDie "Hochwaldbahn" zwischen Hermeskeil und Trier wurde am 15. August 1889 eröffnet. Sie diente Generationen als zeitgemäßes Beförderungsmittel und wurde nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg bis 1950 sehr aufwendig wieder aufgebaut. Dabei wurden viele Brücken ganz neu eingerichtet.

 
Ruwerbrücke in Richtung Hermeskeil
Ruwerbrücke in Richtung Hermeskeil
Das Ende der Strecke kam schleichend: Von 1981 bis 1986 stellte die Deutsche Bundesbahn abschnittsweise den Personenverkehr ein; 1981 zwischen Hermeskeil und Pluwig (Pluwigerhammer), 1984 zwischen Pluwig und Waldrach und 1986 zwischen Waldrach und Trier Hbf.
Im Jahre 1989 wurde durch kündigen der Gleisanschlüsse auch der Güterverkehr eingestellt. Die Strecke lag voll betriebsfähig brach ohne jeglichen Verkehr. Ab 1992 fuhren dann zumindest die Museumszüge des Hochwaldbahn e.V.

Bis 1997 wurde die Strecke aufgrund ihrer militärischen Bedeutung aufrecht erhalten, nachdem die NATO jedoch keinen Anspruch mehr auf die Strecke erhob und Investitionen nötig wurden, wurde durch DB-Netz die Stilllegung beantragt und zum 4. August 1998 durch das Eisenbahnbundesamt in Bonn genehmigt.
Am 10. August erfolgte durch die Deutsche Bahn AG, Geschäftsbereich Netz die "dauerhafte Einstellung des Verkehrs", spricht die endgültige Stilllegung. Seit dem 14. Dezember 1997 bemühen wir uns um die Übernahme der Strecke. Dieses Vorhaben wurde erschwert durch die anliegenden Gemeinden und die Kreisverwaltung Trier-Saarburg, welche lieber einen Radweg auf der Strecke haben wollten. Die Verhandlungen führten wir bis zum März 2000 - zu diesem Zeitpunkt hatte die Immobiliengesellschaft der DB mit dem Abbau begonnen. Eine Entwidmung und die Genehmigung zum Gleisabbau folgten erst später.

Es musste mit Bitternis und großem Bedauern festgestellt werden, dass den Verein Hochwaldbahn e.V. eine gewisse Mitschuld am Abriss der Strecke trifft. Das bis 1997 aufgelegte Museumsbahnprogramm vermochte die anliegenden Gemeinden nicht von der Möglichkeit dieser touristischen Attraktion zu überzeugen. Ein 1997 gegründeter Förderverein kam leider zu spät. Die Radweg-Lobby war zu groß.
Abschiedszugsonderfahrt; Bahnhof Grünhaus-Mertesdorf






Abschiedssonderfahrt
Bahnhof Grünhaus-Mertesdorf
Der entstandene Imageschaden für die Strecke konnte im Nachhinein nicht mehr behoben werden. Die Ideen des Vereins zum Erhalt der Bahnstrecke und zum Bau eines parallel führenden alternativen Radwegs wurden von allen Beteiligten der öffentlichen Hand ohne ernsthafte Prüfung als unsachlich "vom Tisch gewischt".
Anfang 1998 hatte der Verein noch ein Brückengutachten für alle größeren Brückenbauwerke anfertigen lassen, welches zu einem sehr positiven Ergebnis gekommen war - nicht erstaunlich, denn die Strecke war in den 1980er Jahren fast komplett saniert worden.
Schon heute kann man sagen, dass der Güterverkehr auf der Strecke wieder belebt worden wäre. Die 520 m langen, mit rund 1.500 t beladenen Holzzüge, welche heute über Türkismühle abgefahren werden, würden alle über diese Strecke laufen.


Streckenbeschreibung von Hermeskeil nach Trier Hbf Zunächst fährt man parallel zur Hunsrückbahn, den Bahnhof Hermeskeil hinter sich lassend, bis sich in einer Linkskurve die Wege trennen. Nach einer kurzen Steigung schlängelt sich die Trasse in einem konstanten Gefälle durch das Ruwertal hinab nach Ruwer.

Die Strecke führt zunächst durch Wiesen, Felder und kleinere Wälder über Reinsfeld nach Kell am See. Zum ersten Mal kann man die Ruwer, noch als kleiner Bach sehen. Es bietet sich wieder ein Panoramablick in die nahezu unberührte Natur des Hochwaldes, bis die Trasse vom dichtbewaldeten Ruwertal verschlungen wird.
Das Tal wird immer enger. Auf insgesamt 28 - meist Steinbogenbrücken - wechselt die Trasse laufend die Talseite. Der Mittelpunkt der Strecke ist der Bahnhof Zerf, von wo Tal und Trasse um ca. 90 Grad nach Norden abbiegen - von den Lokführern früher die "Drehscheibe von Hentern" genannt.Nun gibt der Hang den Blick auf Wiesen und die Streckenkarte Trier - Hermeskeil Ortschaft Hentern frei. Das Ruwertal verschlingt die Bahnlinie, die Felsen kann man nun fast greifen.

Die Ruwer begleitet die Bahn nach Gusterath. Auf einem Viadukt wird der Blick auf das malerische Dorf Sommerau und seine Burgruine freigegeben.
Die Burg stammt aus dem Jahr 1271. In Sommerau finden sich auch die ersten Weinberge des Ruwertals.

Ein letztes Mal taucht die Bahnlinie in die Tiefen des Hochwaldes ein. Dann wird der Blick frei auf Wiesen, Auen und bewaldete Hänge. Die nächste Station heißt Kasel. Die Weinberge des Ruwertals stets in Blickweite, vorbei an Feldern und Wiesen, erreicht die Trasse den Bahnhof Ruwer, etwa 200 m von der Mündung der Ruwer in die Mosel entfernt.

In Ruwer befand sich früher der wichtige Übergabebahnhof zur Moselbahn, welche ihre Strecke von Trier-Nord nach Bullay betrieb. Leider ist von dieser Bahn nur noch ein etwa zwei Kilometer langes Reststück verblieben. Bis ca. zum Jahr 2001 gab es durch DB Cargo noch einen bescheidenen Güteranschlussverkehr.

Ursprünglich führte die Ruwerstrecke kreuzungsfrei in den Trierer Hbf, indem die Eisenbahnbrücke in Trier-Nord unterfahren wurde und eine langgezogene Rampe das Glas wieder auf die Höhe des Bahnhofs brachte. Diese Strecke wurde kurz nach der Stilllegung 1986 abgebaut und mit der Werkshalle einer Papierfabrik überbaut.
Die "Hintertür", das "alte Gütergleis", existiert noch und mündet in den nördlichen Bereich des Trierer Hauptbahnhofs. Mehrere Hauptgleise müssen gekreuzt werden, um einen Bahnsteig zu erreichen.
Ehemaliger Bahnhof Kell
Ehemaliger Bahnhof Kell




  Pressenachruf der Strecke vom 06.02.2000
  Bildergalerie zur Strecke
  Informationen zum Ruwer-Hochwald-Radweg